Löwenzahn - der Bauwagen der Träume mit und ohne Peter Lustig

Löwenzahn – der Bauwagen der Träume mit und ohne Peter Lustig

Hand aufs Herz, wer hat Löwenzahn damals nicht gemocht? Ich meine diesmal nicht die „Pusteblume“ sondern tatsächlich die Kindersendung vom ZDF. Vor über 30 Jahren, besser gesagt am 04. Oktober 1981 wurde die Sendung zum ersten mal ausgestrahlt. Die Sendereihe wurde bekannt durch Peter Lustig, der die Sendung nicht nur bis Ende 2005 moderierte sondern auch die Latzhose Salonfähig machte. Im Oktober 2006 übernahm Guido Hammesfahr alias Fritz Fuchs die Moderation und brachte auch „seinen“ Hund namens Keks mit.

Interessanter Fakt: Eigentlich ist die Sendung für Vorschulkinder / Grundschüler gedacht gewesen, inzwischen sind die größten Fans auch schon „etwas größer“. Klar, man ist mit der Sendung aufgewachsen und hat Peter Lustig quasi einmal die Woche in „seinem“ Bauwagen besucht. Schön ist auch der ökologische Gedanke hinter dem Sendungsformat. Peter Lustig hat von Anfang an die Sendung dadurch geprägt, dass nichts weggeworfen sondern wiederverwendet wurde. Der Bauwagen wurde ausgebaut, bekam eine Badewanne, eine Dachterrasse und eine sprechende Uhr in Form einer kleinen Gitarre / Ukulele.

Die Treppe aus alten Stühlen führte Peter Lustig damals schon auf die Sonnenterrasse und ich hab mich damals schon gefragt wann diese Konstruktion wohl mal zusammenbrechen wird. Den originalen Bauwagen kann man besuchen. Am 25. Mai 2007 erhielt der vermutlich bekannteste Bauwagen von Deutschland seinen verdienten Platz im Filmpark Babelsberg. In Berlin wurde damals Löwenzahn auch gedreht. Jetzt kann man vor den Toren von Berlin ein Filmset bestaunen, denn das Team vom Filmpark Babelsberg hat vor Ort ein Set mit echten Requisiten wieder aufgebaut. Ich war schon vor ein paar Jahren dort, damals konnte man den Bauwagen leider noch nicht von innen bestaunen, dieses soll wohl nun möglich sein.

Von Peter Lustig habe ich vieles gelernt, klingt komisch ist aber so. Er nahm einen ja schließlich in jeder Sendung mit und zeigte etwas neues, prangerte etwas an oder bastelte an seinem Bauwagen herum. Erst vor kurzem habe ich erfahren, dass Peter Lustig gelernter Rundfunktechniker / Elektroingenieur ist und in seiner Freizeit immer noch verrückte Sachen bastelt. Eine Frage bei Wer wird Millionär könnte mal sein: Wer war bei der berühmten „Ich bin ein Berliner“-Rede von John F. Kennedy in Berlin dabei? Peter Lustig wäre dann eine richtige Antwort, er war damals nämlich der Toningenieur. Über den Weg der Hörspiele kam er zum Fernsehen und blieb sich selber dabei immer treu. Peter Lustig wurde mehrfach ausgezeichnet, bekam mehrfach den Adolf-Grimme Preis und auch das Bundesverdienstkreuz am Bande. Eine ausgezeichnete Leistung hat Peter Lustig erbracht und auch wenn sich dieses hier schon fast wie ein Nachruf liest, ich wünsche dem 1937 in Breslau geborenen Peter Fritz Willi Lustig (ja, er heißt wirklich so) alles nur erdenklich gute, schließlich ist er ein Held meiner Kindheit!

Sein letztes Wort von fast jeder Sendung war „abschalten“. Meines wäre nun „weiterlesen“, denn hier warten noch weitere Blogbeiträge auf euch, denn ich war schon mal bei der Feuerwehr, erzähl euch ein paar Infos über Flugzeuge, zeige euch einen berühmten Supermarkt aus Bremen und nehme euch mit in eine Autowerkstatt. Wenn ich nämlich eines von Peter Lustig „geerbt“ habe, dann ist das meine unbändige Neugierde für alles was (für mich) neu ist!