Behind the Scenes: Die KFZ Werkstatt!

Behind the Scenes: Die KFZ Werkstatt!

Nach dem ersten „Behind the Scenes“ Beitrag über die Feuerwehr habe ich mir nun eine weitere GUMA Magnetpinnwand als Ideengeber herausgesucht, dieses mal geht es um das Thema: KFZ Werkstatt und ich möchte einfach mal die Werkstatt früher mit der KFZ-Werkstatt von heute etwas vergleichen. Ein Blick hinter die Kulissen einer KFZ-Werkstatt, dort wo das Altöl fließt und die Hinterachse ihren Fett weg bekommt gibt es zwischendurch nämlich auch etwas zu schmunzeln, vor allem wenn die Altgesellen aus dem Nähkästchen plaudern.

Damals gab es noch KFZ-Mechaniker und KFZ-Elektroniker, inzwischen sind diese beiden Berufsbilder zusammengefasst worden. KFZ-Mechatroniker heißt die Melange aus Mechaniker und Elektroniker. Der Grund dafür liegt auf der Hand, während früher noch mehr Bauteile mechanisch funktionierten und dementsprechend auch repariert werden konnten brauchte man für beide Sparten noch Experten, heutzutage gibt es fast kein Bauteil mehr im Fahrzeug welches nicht über eine elektronische Überwachung verfügt, daher müssen die Mechaniker von heute auch die Elektronik mit im Blick haben. Daher das Berufsbild: KFZ-Mechatroniker.

Die Fahrzeuge von heute strotzen nur so von elektronischen Helfern – weil wir es so wollen und weil es die Fahrzeuge im allgemeinen ja auch sicherer macht. Einen entscheidenden Vorteil gibt es natürlich nun in der Werkstatt, während man früher oft tagelang nach einem Fehler suchen musste, sagt einem heute der Computer welches Teil defekt ist und ausgetauscht werden muss. Der KFZ-Mechatroniker ließt also den Fehlerspeicher des Fahrzeuges aus.

Diese Auslesegeräte funktionieren heute zum Teil sogar schon via W-Lan, sprich die Fahrzeuge kommunizieren mit dem Haupt-PC in der Werkstatt. Die technische Leistung ist verblüffend, nach ein paar Selbsttests sagt einem der Computer genau welches Teil defekt ist, bzw. geprüft werden sollte, in dem Fall hier war es ein defektes Kabel welches für einen Kurzschluss gesorgt hatte und so Meßfehler verursacht hatte.

In der Werkstatt selber gab es früher auch viel weniger Spezialwerkzeug, heute gibt es für fast jedes Fahrzeug, bzw. für jeden Hersteller besonderes Werkzeug. Hier sehen wir z.B. mal eine Werkzeugwand von einem vermutlich bekannten Kleinstfahrzeug:

Repariert wird heutzutage eher weniger, es werden Teile getauscht. Defekte Teile werden durch neue Ersatzteile ersetzt. Früher hat man z.B. noch die Kohlen von einer Lichtmaschine erneuert, bzw. die Lichtmaschine neu gewickelt. Heute wird das komplette Bauteil ausgetauscht, weil es so einfach auch günstiger für den Kunden ist. Zeit ist Geld, so überlegen einige Hersteller schon „Schnellarbeitsplätze“ zu errichten. Dort sollen dann demnächst 2 Mechatroniker gleichzeitig an einem Fahrzeug arbeiten und z.B. eine Inspektion in der Hälfte der Zeit durchführen, quasi eine Art Boxenstopp – nur in der eigenen Werkstatt.

Auf der GUMA Magnetpinnwand sehen wir einen schönen Roadster, eine Öl-Pumpstation, ein Altölfass und einen Wagenheber. Einen Wagenheber in der Form verwendet man heute eher seltener in der KFZ-Werkstatt, in der Regel sind alle Arbeitsplätze mit Hebebühnen ausgestattet:

Hier ist das Fahrzeug sicher aufgebockt und man kann an (fast) allen Stellen gut arbeiten. Wenn man nun z.B. im Bereich des Seitenschwellers arbeiten möchte, benötigt man eine andere Art von Hebebühne bzw. doch wieder einen herkömmlichen Wagenheber.

Lustige Geschichten aus dem KFZ-Werkstatt Alltag:

Sicherlich hat jeder im Bekanntenkreis einen KFZ-Mechaniker (Mechatroniker), fragt einfach mal nach „lustigen Geschichten“, denn sicherlich ist in jeder Werkstatt schon mal etwas komisches passiert. Ich könnte euch z.B. von einem explodiertem Ölablassbehälter erzählen. Der Ölablassbehälter war undicht, das kann ja schon mal passieren im Laufe der Zeit und bei starker Beanspruchung in einer Werkstatt. Unser Karosseriebauer (nennen wir ihn mal) Manni konnte sehr gekonnt mit dem Schweißgerät umgehen und wollte das Problem schnell und ohne viel Bürokratie (Materialbeschaffungs-Schein) erledigen und fing in der Mittagspause an den Behälter zu schweißen. Wer in Physik etwas aufgepasst hat, wird sich eventuell daran erinnern, dass sich Luft ausdehnt wenn diese erhitzt wird. Der Behälter war verschlossen, nach oben ein verschlossenes Ventil, das Loch von Manni gerade zugeschweißt. BOOM! Aus Respekt (Angst vor dem Donnerwetter was dann über uns ausgebrochen wäre) haben wir nicht sofort losgelacht!

Es gibt natürlich auch die guten alten „Gags“ mit denen man in der Regel die neuen Auszubildenden etwas veräppeln möchte, früher hat man diese zum Ersatzteillager geschickt: „Goldener Zündfunke“ war ganz oben auf der Liste, oder aber auch eine „Vergaser-Beleuchtung“ – nun, einen Vergaser sieht man heute in der Werkstatt sehr selten und die Jungs lernen ja auch dazu. Mit „Wasserwaagen-Ausgleichgewichten“ kann man die heute nicht mehr reinlegen, genauso wenig wie mit einer „Wasserstrahl-Biegezange“. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber wenn ich mich so zurückerinnere, habe ich an meine Ausbildung nur positive Erinnerungen, auch wenn ich öfters mal die Grube schrubben musste.

Das gehört übrigens auch heute noch zu einer Ausbildung dazu, eine Werkstatt muss sauber und reinlich sein, wer sich also für eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker interessiert, der sollte wissen, dass gerade in den ersten Jahren der Ausbildung häufiger auch mal der Besen geschwungen wird. Damals wurde mehr repariert, man musste noch eine Zündung einstellen können und Bremsbeläge in Trommelbremsen neu einnieten. Heute werden Teile getauscht oder aber Sonderausstattungen und Zubehörteile montiert, was damals auch schon immer eine besondere Herausforderung war. Viele Fahrzeuge kommen auch „nur“ für eine Wartung, also für eine Inspektion, zur Werkstatt. Neben dem Wechsel der Betriebsflüssigkeiten gibt es dann neue Filter und einen gründlichen Rundum-Check, auffällige Mängel (Bremsen, Beleuchtung, Auspuffanlage, etc.) werden dann nach Absprache mit dem Kunden Instand gesetzt. Also ist heute eigentlich doch noch alles wie früher, nur halt etwas moderner, event. finde ich deswegen das Motiv der GUMA Pinnwand so schön, weil es dem ganzen Trouble so etwas die Geschwindigkeit nimmt. Auf jeden Fall eine Geschenkidee für den Oldtimer-Fan, bzw. für den ambitionierten Hobby-Schrauber!