Das Leben in vollen Zügen genießen?

Das Leben in vollen Zügen genießen?

Ich genieße mein mobiles Leben nicht gerne in vollen Zügen, schon gar nicht im Sommer. Wer bei heißen Temperaturen schon mal mit einem ICE mitgefahren ist bei dem die Klimaanlage ausgefallen ist, der wird wissen wovon ich spreche. Eigentlich ist das ja jammern auf sehr hohem Niveau, denn die Heizer früher in den alten Dampflokomotiven (wie oben auf der Magneticum Magnetpinnwand zu sehen) würden vermutlich über die Temperaturen lachen.

Vom Fanboy zum Hater?

Früher war ich der totale Eisenbahn-Fan! Ich bin gerne mit dem Intercity kreuz und quer durch Deutschland gefahren, kann mich an Zug-Reisen nach Süddeutschland erinnern und auch an die kurzen Zugfahrten in die nächste Stadt. Als Kind hatte ich eine riesige Modelleisenbahnanlage und ich wollte natürlich Zugführer werden. Geworden bin ich es nicht, mein Onkel hatte mich davor nach bewahrt und vermutlich bin ich mit der Entscheidung auch gut gefahren. Die Modelleisenbahn (von Märklin) habe ich noch während der Pubertät verkauft. Das Interesse ging weg von der Eisenbahn und wanderte in Richtung Automobile und die bestimmen ja auch heute noch mein Leben. Wie der Zufall es so will, nun muss ich wieder Zug fahren. Mal zu einer Fahrveranstaltung, mal zu einem Meeting und mit einem PKW schafft man es halt nicht in 3 Stunden von Bielefeld nach Berlin oder Frankfurt.

Es ist Sommer wenn im ICE die Klimaanlage streikt

Trotzdem genieße ich das Leben, auch im neuen ICE, nicht in vollen Zügen. Wenn die Klimaanlage streikt ist es unangenehm, es ist heiß und oft auch laut. Selbst in den Ruheabteilen der Bahn (die man entweder an einem diskreten „psst“ oder an einem durchgestrichenen Handy erkennt kommt man sich oft vor wie in der Kantine. Entspannt Reisen? Vermutlich nur ein Klischee oder in der Werbung. Ohne eine Platzreservierung würde ich mich auf jeden Fall nicht mehr in einen Zug trauen, beim letzten mal habe ich dann vor der Tür gesessen, dort war es zwar unbequem, aber ich hatte einen Sitzplatz aber an arbeiten war dort nicht zu denken. Dabei ist das doch der größte Vorteil vom Bahn fahren: Man kann während der Fahrt arbeiten, schlafen, lesen etc.

Die Bahn verspätet sich:

Die Verspätungen der Bahn sind ja auch kein Vorurteil. Ich bin dieses Jahr bereits 4 mal zu spät gekommen und habe Anschlusszüge verpasst nur wegen der Verspätungen der Bahn. Natürlich können die da in der Regel nichts dafür, mal sind es Gleisarbeiten, mal sind es Wildschäden, hin und wieder auch Personen auf den Gleisen oder wenn es ganz schlimm kommt „Personenschaden“. Hin und wieder läuft dann aber auch alles glatt, man kommt pünktlich an und denkt sich: Eine Chance gebe ich der Bahn noch, beim nächsten mal…

Während ich diese Zeilen tippe, frage ich mich: „Woher kommt eigentlich das Sprichwort: Das Leben in vollen Zügen genießen?“ – der Sache bin ich dann mal kurz auf den Grund gegangen: Es ging gar nicht um Fortbewegungsmittel! Die Redewendung meint eher das Glas in vollen Zügen leeren, also z.B. viel Wein oder sonstige schmackhaften Getränke zu sich nehmen. Wieder etwas gelernt!

So, jetzt noch ein paar nützliche Links zur Bahn, denn schließlich möchte ich ja hier nicht nur Geschichten erzählen sondern auch einen Mehrwert bieten:

Rechte als Fahrgast bei der Deutschen Bahn: 

Ja, es gibt Rechte! Rechte bei Verspätungen, Rechte bei Zugausfällen usw. hier kann man sich informieren: klick – wer freiwillig „seinen Zug“ verlässt, nur (und ich weiß wie fies das sein kann) weil die Klimaanlage nicht funktioniert, kann übrigens leer ausgehen. So, genug gemeckert, oder? Im August habe ich für euch ein ganz besonderen Ausflugstipp – der hat auch etwas mit Eisenbahnen zu tun und auch Dampflokomotiven kann man dort sehen. Zur Aufbewahrung der Kostenerstattungs-Anträge eignet sich die Eisenbahn-Pinnwand von Magneticum übrigens ganz ausgezeichnet.